SPITZWEED-SCHEUNE

Das Gebäude – seine Zukunft

Das Gebäude „Spitzweed-Scheune“, ein Sandsteinbau mit Fachwerkobergeschoss im Besitz des Marktes Roßtal, stammt aus dem Jahr 1829 und ist in den „ Denkmälern in Bayern, Bd. V Mittelfranken“ enthalten. Die Scheune findet sich im Untersuchungsgebiet der Gruppe DASS, die den Gebäudezustand 1987 als fast sehr gut bezeichnet hatte. Dies war vor über 18 Jahren, die natürlich ihre Spuren am Gebäude hinterlassen haben. Die Scheune wurde bis jetzt als Unterstellmöglichkeit für Fahrzeuge u. dergl. verwendet.

Im Vorwort zu „Altorterneuerung Roßtal“ (1) stehen vorgeschlagene Maßnahmen, so z.B.: „erhaltende Entwicklung des ortshistorischen Erbes hinsichtlich Baubestand und Ortsgrundriss einschließlich der Freiflächen“. Nach dem Regionalplan ist Roßtal Kleinzentrum… und es besteht „die Aufgabe, die für das Siedlungsgefüge des Burgberges verträglichen … Einrichtungen zu erhalten und die bedeutsamen, zentralörtliches Gewicht besitzenden, öffentlichen Einrichtungen … sowie die Möglichkeiten des touristischen Nahverkehrs zu festigen bzw. burgbergverträglich zu entwickeln“.

Der Burgberg als solcher ist ein städtebauliches Denkmal von überregionaler Bedeutung, auch wenn im Vergleich mit anderen Gemeinden eher wenige Gebäude denkmalgeschützt sind. An seinem vielleicht  wichtigsten „Eingang“ steht die Spitzweed – Scheune auf der Schauseite des oberen Marktes, wenn man über die Wegbrücke den Altort betritt. Als einziges denkmalgeschütztes Gebäude auf der „Spitz“ ist sie Einladung und Visitenkarte zugleich. Um sie herum gibt es freie Flächen, die für Roßtals Altort so typisch sind, von denen er lebt und in dem sich der Markt mehr Leben wünscht. Deshalb und um eine wirklich langfristige Sicherung der Bausubstanz zu gewährleisten meinen wir (Runder Tisch Kultur) mit dem Markt Roßtal und vielen Bürgern, dass die Spitzweed – Scheune eine andere, bessere Nutzung verdient hat.

Wir meinen, dass die Spitzweed – Scheune durch ihre einzigartige Architektur und durch ihre herausgehobene Lage eine Nutzung im Sinne der Erweiterung und Verbesserung städtisch – kultureller Funktionen ermöglichen kann.

Vorstellbar ist dabei eine langfristige Nutzung wie 2005 und 2006, als eine unerwartet hohe Besucherzahl erste Ausstellungen im Erdgeschoss der Scheune sehen konnte.  Die positive Resonanz der Bürger und der Wunsch nach höherwertiger Nutzung dieses Gebäudes sind durch die Einträge in das Gästebuch dokumentiert. Vorstellbar sind unterschiedlichste Räumlichkeiten, die der kulturellen Begegnung dienen, ohne gefährdende Eingriffe in die Denkmalsubstanz. Langfristig und mit entsprechend sensibler Planung sind auch die oberen Geschosse als Raum für Kultur vorstellbar. Hier wäre Platz für Veranstaltungen und Infrastruktur.

Interessant für die Zukunft sind dabei auch die Vorschläge der Gruppe DASS zu begrenzten, gestalterischen Maßnahmen ( Pflasterung, Teilbegrünung ) des Außenbereiches vor dem ( alten) Feuerwehrhaus.

Dem RTK kommt es dabei wesentlich darauf an, dass sein Engagement für die Spitzweed – Scheune im besten Sinne als gemeinnützig wahrgenommen wird. Ohne irgendeiner Partei oder Gruppierung verpflichtet zu sein, wollten wir eine Diskussion um dieses Gebäude initiieren, indem wir unsere Vorstellungen und Ziele in die Roßtaler Öffentlichkeit trugen. Im Sommer 2006 zog erstmals Leben über mehrere Monate hinweg in die Scheune ein. Kunstausstellungen und Musikveranstaltungen mit unerwartet vielen Besuchern waren der Kern einer ersten erfolgreichen Saison als Kulturscheune.

Zwei Zitate von einem provokanten Streiter:

„Wie will der Staat vom Bürger Sinn für den Gedanken des Denkmalschutzes erwarten, wenn seine eigenen Behörden alte Bauten im Stich lassen …“
( Dieter Wieland, 2, S. 61 )

„ Es geht wahrhaftig nicht um die Denkmäler. Es geht um die Welt unserer Kinder. Denkmalschutz ist Mumienpflege, wenn vom gewachsenen Dorf nur mehr der renovierte Kirchturm übrigbleibt. Wir brauchen nicht die Reliquie, in Folie verpackt, wir brauchen die lebendige Auseinandersetzung mit den alten Bauten, die unerschöpfliche Fundgrube an Rat und Lösungen, die sie anbieten. Und ihre manchmal sicher lästige Herausforderung, es gleich zu tun“
( Dieter Wieland, 2, S. 68 ).

1 ) Altorterneuerung Roßtal, Harald Bodenschatz und Johannes Geisenhof, Gruppe DASS, Markt Roßtal, 1990

2 ) Dieter Wieland, Bauen und Bewahren auf dem Lande, Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz, 1979

Der Runde Tisch Kultur

möchte die Spitzweed-Scheune langfristig als denkmalgeschütztes Gebäude erhalten helfen,
möchte, dass die Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen unterschiedlichster Artgenutzt werden,
sucht für diese Aufgaben Menschen, die diese Ziele unterstützen.

  • Sie können uns mit Ihrem Fachwissen unterstützen.
  • Sie können aktiv helfen bei der Organisation von Veranstaltungen.
  • Sie konnen aktiv helfen bei weiteren Maßnahmen am Gebäude und vielen anderen Tätigkeiten.
  • Sie können uns ihr Fachwissen dabei zur Verfügung stellen.
  • Sie können uns finanziell unterstützen.

Die Mitglieder des RTK


Was bedeutet „Spitzweed“

spitzweed21 WEDE,WEED,WEET, f. künstlich angelegter teich, viehtränke, pferdeschwemme. ein im hd. auf das fränk. und schwäb.-alem. beschränktes wort, seit dem anfang des 14. jahrh. belegt, nur wenig in die nhd. schriftsprache eingedrungen. es gehört mit wat, n. ‚furt‘ und wate, f. ‚furt‘, auch ‚teich‘ (sp. 2570) zu waten. das vorauszusetzende ahd. *watî ist wol ursprünglich abstracte bildung zu dem causativum ahd. *watjan, mhd. weten,eig. waten machen, das vieh zur schwemme oder tränke führen; aus der bedeutung ’schwemmung, tränkung des viehs‘ ist dann erst die lokale von ‚wasserbehälter wo dies geschieht‘, dann überhaupt die von ‚künstlich angelegter wasserbehälter‘ hervorgegangen. diese verallgemeinerung erscheint aber nicht häufig (für natatoria Siloe der vulgata Joh. 9, 7, s. auch ALBERUS), fast immer wird an benutzung durch das vieh gedacht (etwas ferner liegt die bedeutung in der stelle bei JOHANN V. WÜRZBURG). entsprechend ist ndl. wed, n., tränke, ursprünglich wol f. wie noch vläm. wedde DE BO2 1185 (auch KRAMER [1719] 260 hat wedde). wfries. wâd, waed, n.DIJKSTRA 3, 394.

das mhd. wete hat sich lautlich im schwäb.-alem. und fränk. verschieden gestaltet, dort ist die kürze des vokals der ersten silbe erhalten geblieben (daher doppelschreibung des t), hier ist eine verlängerung des e eingetreten.
Quelle:
Deutsches Wörterbuch
von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm.
Leipzig: S. Hirzel 1854-1960. — Quellenverzeichnis 1971.

Autor: - Datum: Freitag, 6. März 2009 14:08