Sonja and Friends / Juli 2009

Patchwork und Quilts

a1In fast allen Kulturen der Welt findet man die Patchwork- und Quilttechnik.

Bereits vor mehr als tausend Jahren gab es die Steppdecken = Quilts im vorderen Orient und China, seit dem Mittelalter auch in Europa.
Englische Siedler brachten Quilts und Patchworkdecken im 17. Jahr-hundert nach Nordamerika. Hier entwickelte sich das Herstellen von Patchwork-Quilts zu einer typisch amerikanischen Volkskunst.
Eine herausragende Stellung bei der Anfertigung von Quilts nahmen die Amish und die Mennoniten ein.
Ihre Quilts zeichnen sich durch besonders attraktive geometrische Muster und interessante, manchmal provozierende Farbkombinationen aus.
Bei den Amish sind Viereck und Raute die Grundelemente eines Quilts. Mit ganz seltenen Ausnahmen stellt der Amish-Quilt niemals Figuren dar, da diese sehr religiöse Gemeinschaft das Gebot „du sollst dir kein Bildnis machen“ wörtlich nimmt. Die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten des Vierecks und der Raute, das häufig gewagte Zusammensetzen der Farben und das aufwendige Quilten sind die typischen Merkmale des Amish-Quilts.

Das Wort „Quilt“ kommt vom lateinischen Wort  culcita  , was soviel bedeutet wie gestopfter Sack, gestopfte Matratze oder gefülltes Kissen. Sehr bald wurde der Quilt jedoch als Bettdecke verwendet.
Es wäre sehr schade gewesen, ihn als Matratze zu verwenden, da die Frauen zahlreiche Stunden damit verbrachten (bei geselligen Treffen = Quilting-Bees arbeiteten oft mehrere Frauen an einem Stück), die Patchworkdecke zu quilten, d. h. ihr ein schöneres Aussehen zu verleihen.
Das englische Verb – to quilt – gibt diesem Flickwerk seinen Namen.

Ein Quilt besteht immer aus 3 Lagen, aus der Quiltoberseite aus Patchwork = zusammengesetzte Stoffstücke oder Applikationen = aufgesetzte und aufgenähte Stoffstücke, einer Zwischenlage (früher aus Wolle oder Baumwolle), jetzt aus Kunstfaser- oder Baumwolle-Polyester-Vlies und der Quiltrückseite aus einem Stück Stoff.

Der Begriff „quilten“ bezieht sich auf das Zusammensteppen der 3 Lagen mit kleinen Vorstichen, früher ausschließlich von Hand – heute wird jedoch meist mit der Maschine gequiltet. Dies gibt dem Quilt eine plastische Oberfläche  und verleiht dem ganzen sein spezielles Aussehen.

Heute haben die Quilts nicht mehr nur funktionellen Charakter, sondern auch dekorativen Charakter und gelten als eigenständiges Kunstwerk.
Die Stoffe – oft selbstgefärbt – werden heute bewusst zerschnitten und wieder zusammengesetzt.
Verschiedene textile Techniken – Sticken von Hand oder Maschine – und Oberflächenbearbeitung wie Stoffmalerei, Stoffdruck, Gebrauch von Lötkolben und Heißluftgebläse werden verwendet, um unterschiedliche Texturen hervorzuheben und interessante Oberflächen zu erzielen.

Man spricht auch heute von Art-Quilts nach individuellen Entwürfen und Ideen eines Künstlers, der sich besonders mit „Textiler Kunst“ beschäftigt.

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Autor: - Datum: Sonntag, 8. März 2009 14:56
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