Hofmann & Hofmann

Wahre Kunstfreunde nehmen auch Strapazen auf sich. „Ich hätte nicht gedacht, dass bei diesem heißen Wetter so viele den Weg in die Spitzweed-Scheune finden würden“, freute sich Ilse Hofmann in ihrer Begrüßungsansprache bei der Vernissage der Ausstellung
„Hofmann & Hofmann“.

Reizvolle Kontraste bietet die aktuelle Ausstellung in der Roßtaler Spitzweed-Scheune dem Auge. Vorne die Keramik von Ilse Hofmann, dahinter die Gemälde von Ekkehardt Hofmann

Foto: Thomas Scherer

Reizvolle Kontraste bietet die aktuelle Ausstellung in der Roßtaler Spitzweed-Scheune dem Auge. Vorne die Keramik von Ilse Hofmann, dahinter die Gemälde von Ekkehardt Hofmann

Hofmann und Hofmann, das sind Ilse und Ekkehardt Hofmann, zwei bildende Künstler, die sich schon bei vielen Ausstellungen einen Namen gemacht haben. Im Gegensatz zu ihrem Mann hat sich Ilse Hofmann der eher „handwerklichen“ Seite der Kunst zugewandt und beeindruckt mit ihren sehenswerten Keramiken die Besucher.

 

Ihre Figuren, aber auch ihre anderen Keramikarbeiten haben jede für sich einen speziellen Charakter. Vor allem in den Plastiken drücken sich die unterschiedlichen Lebensgefühle aus, mal traurig, mal heiter, gleichsam friedvoll.

Raffinierter Brand

Das Besondere aber an den Keramiken ist der Brand, mit dem Ilse Hofmann ihren Arbeiten die besondere Note gibt. „Meine Vorliebe gilt dem Rakubrand“, erklärt sie. Bei dieser Brenntechnik wird der Ton auf 1220 Grad erhitzt und anschließend in Sägemehl reduziert, wobei sich der einstmals helle Ton schwarz färbt und damit einen interessanten Gegensatz zu den mit Craquelé überzogenen hellen Stellen bildet.

Seit kurzem arbeitet Ilse Hofmann aber auch mit der uralten Technik des Grubenbrandes, bei dem die in den Ton gedrückten Gräser und Metallbänder, aber auch die Spuren des Feuers selbst erhalten bleiben. Mit Hilfe von Oxyden und Salzen erhalten die Objekte ihr einmaliges und nicht wiederholbares Aussehen. Aber auch Holzstücke, Muscheln, Steine und andere Naturmaterialien dienen Ilse Hofmann zur Ausschmückung ihrer Werke.

Kollers Schüler

Ekkehardt Hofmann hat sich dagegen der Malerei verschrieben. Der ehemalige Seminarist Oskar Kollers und anderer namhafter Künstler beschäftigt sich seit 1985 intensiv mit der Bildenden Kunst. In ein Schema aber lässt er sich nicht pressen.

„Worte sind vergänglich, Bilder jedoch bleiben“, drückt der Maler seine Überzeugung aus. In seinen Werken spürt er Inhalten nach, die sich verbal nicht angemessen transportieren lassen. Was ihn vor allem interessiert, ist die Natur in allen ihren Facetten.

Symbolgehalt im Blick

Obwohl die Natur zu seinen Hauptmotiven zählt, will Ekkehardt Hofmann nicht die Natur unreflektiert darstellen, sondern ihre Symbolhaftigkeit wiedergeben und so den Dialog zwischen Natur, Künstler und Betrachter herstellen. Der Künstler fungiert hierbei als Vermittler. Er hilft dem Betrachter auf die Sprünge, in die Geheimnisse der Natur einzutauchen.

Auch auf eine bestimmte Technik lässt sich Hofmann nicht festlegen. Er führt seine Werke mal als Aquarell oder in Acryl und Öl aus, aber auch Zeichnungen und Grafiken gehören zu dem breiten Spektrum, das der Künstler beherrscht. Seine Blumenbilder wirken intensiv, nach Sommer, nach innerer Heiterkeit. Doch noch intensiver sind dagegen die Werke, die auf einer Kreuzfahrt in die Antarktis entstanden sind. Hier spürt man die Allmacht der Naturgewalten und taucht ein in ihre Schönheit und Wildheit. Fast körperlich merkt der Betrachter, dass er eigentlich nur ein kleines Rädchen im großen Weltgeschehen ist und das, obwohl der Mensch wähnt, sich zum Herrscher der Natur gemacht zu haben.
FN vom 29.08.2011

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Autor: - Datum: Dienstag, 23. August 2011 11:22
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