EVA-MARIA MANDOK

Mit der Ausstellung „Begegnung”, die Arbeiten der NN-Kunstpreisträgerin 2009, Eva-Maria Mandok, zeigt, startete der Roßtaler Kultursommer in die Saison 2012.

Vergängliches Material als Spiegel der Gesellschaft: Die Nürnberger Künstlerin Eva-Maria Mandok bringt in zahlreichen Arbeiten Zeitungspapier ins Spiel.
Geistreich, mitunter witzig und vor allem bis ins kleinste Detail durchdacht — so präsentiert die Künstlerin aus Feucht ihre Figuren in der Spitzweedscheune. In dem atmosphärischen Raum des historischen Gebäudes mit den weiß gestrichenen Wänden kommen Eva-Maria Mandoks Skulpturen ideal zur Geltung.

Denn Begegnungen als wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens finden ja bewusst statt, durch Nähe, Innehalten, Verlauf und Wechselwirkung. Und genau mit dieser Herangehensweise kann der Betrachter spielen: Die Skulpturen und Figurengruppen der 1975 geborenen Nürnbergerin — ihr Atelier hat sie auf AEG nahe der Stadtgrenze — sind so aufgestellt, dass man sich ihnen nähern, sie von weitem betrachten und aus verschiedenen Blickwinkeln auf sich wirken lassen kann.

Die einzelnen Motive – häufig Personen in Alltagssituationen — stehen dabei für sich alleine. Etwa das rundliche polnische Großmütterchen mit Kind oder die junge Frau aus Guatemala. Eva-Maria Mandok, die an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg Bildhauerei studierte, variiert dabei mit verschiedenen Materialien wie Beton, Stein, Holz, Eisen, Textil und Papier.

Das Haptische ist es, was Mandok an der Bildhauerei so fasziniert. Stück für Stück tastet sie sich an ihre Figuren heran, als einen meditativen Prozess beschreibt sie ihr Arbeiten. Auch dass sie immer wieder Zeitungen nutzt und benutzt, ist kein Zufall: Mandok betrachtet dieses Medium aus vergänglichem Material als Spiegel der Gesellschaft.

Für die Darstellung einer Frau aus Guatemala verwendet sie folgerichtig originale Zeitungen aus diesem Land. Für die Gruppe Jugendlicher aus der Nürnberger Südstadt verwendete sie nicht zufällig Zeitungen aus Israel, Russland oder der Türkei. Mandoks Auslandsaufenthalte — ein soziales Jahr in São Paulo in Brasilien sowie zwei Auslandsstipendien in Krakau – beeinflussen die Werke der 37-Jährigen nachhaltig.

Auch in ihren Malereien. Dabei beeindrucken hier vorwiegend die herausgearbeiteten Kontraste. Ein trister Häuserzug in Krakau, der schroff durchbrochen wird durch eine knallig-bunte Werbetafel. Der dunkle Marientortunnel in Nürnberg mit dem hellen Himmel. Eva-Maria Mandok erzeugt hier mit Gegensatzpaaren eindrucksvolle Spannung.

Claudia Wunder, Fürther Nachrichten 1.6.2012

„Begegnung”: Spitzweed-Kulturscheune Roßtal (Schulstraße 25). Wochenenden 10–13/15–18 Uhr und auf Anfrage unter Telefon (09127) 7725. Am 7. und 10. Juni ist die Künstlerin jeweils von 15–18 Uhr anwesend. Bis 10. Juni.


 Vernissage

Impressionen

Fotos: H. Auerochs, Manfred Chrometz, Andreas Sponnier


 

Tags »

Autor: - Datum: Freitag, 4. Mai 2012 16:33
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Ausstellungen

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Kommentare und Pings geschlossen.