Harald Hubl / Mai 2008

Harald Hubl

„Er [Harald Hubl] trachtet danach, sein handwerkliches Instrumentarium eher weit als eng zu konzipieren. Umgekehrt beginnt sich seine Motivwahl zu reduzieren. Damit werden ihm gewisse thematische Neigungen vertrauter, bis auch hier eine Vorliebe nicht übersehen werden kann: die zum landschaftlichen Sujet. Die Ausnahmen dieser sich stabilisierenden Regel: ein gelegentliches Porträt, ein gelegentliches Stilleben, oder sei es das Angehen einer freien figuralen Komposition, auch Materialstudien mannigfaltigster Art bestätigen dieses sein dominantes Interesse. …
Da bietet sie [die Natur] nur den Anstoß, dort die Fülle, oder aber sie gibt erst dem wiederholten Schauen ihr verwertbares Gesicht zu erkennen; nicht ihre landläufige Schönheit fesselt sein Auge, vielmehr sind es Linien, Strukturen, Rhythmen, dynamische Abläufe, oder vielleicht von ihr entworfene Kontrapunkte im Spiel ihrer Phantasie. Nun ‚treibt‘ es ihn zu seinen Gegenständen. Harald Hubl fühlt sich von der Natur angezogen, hineingezogen bis zur Süchtigkeit. Es handelt sich um eine Süchtigkeit, die mit ’souveräner Teilnahmslosigkeit‘ (Michael Seuphor) gegenüber dem Motiv übersetzt werden könnte, einzig daran interessiert, die künstlerische Absicht zu verwirklichen. …
Er ist nicht aus nach dem Neuen um jeden Preis. Die spektakulären Erscheinungen der Tagesmoderne nimmt er zur Kenntnis, ohne sie jedoch an sich heranzuziehen. Was eine Bereitschaft zur Anerkennung des Besseren voraussetzt, ebenso Mut zum Unpopulären sowie Beharrlichkeit im Vertrauen gegenüber dem inwendigen Kompaß.“

Clemens Fischer, Harald Hubl, in: Gesamtkatalog der Ausstellungen, 1990, S. 17.

Tags »

Autor: - Datum: Donnerstag, 6. März 2008 22:41
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Ausstellungen

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Kommentare sind geschlossen,
aber Du kannst einen trackback auf Deiner Seite setzen.